Eine kleine Zusammenfassung zur Geschichte unserer Kapelle „Zur unbefleckten Empfängnis Mariens“

 

Die Kölner Kaufleute Jakob und Ludwig Lützenkirchen waren in Rolandswerth die Eigentümer einer Villa oberhalb der Rheinischen Eisenbahn. Neben ihrer Villa (das heutige Haus Brunnenstraße 14)  ließen sie auf ihrem Grundstück um 1865 eine Kapelle errichten. Bereits kurz nach der Fertigstellung schenkten die alten Eigentümer die Kapelle der Kirche.

Aus dieser ursprünglichen Privatkapelle entwickelte sich nach wiederholten Um- und Ausbauten das heutige Gotteshaus. 

Die große Christus-Darstellung in der Apsis wurde im Jahr 1936  als Putz-Mosaik von Schwester Elma (1890-1974)  entworfen. Schwester Elma vom Kloster Nonnenwerth  war für ihre künstlerische Begabung weithin bekannt.

Der letzte große Umbau fand 1985 statt, unter Leitung des Architektenbüro Zachert und Nießen aus Köln wurden unter Mithilfe vieler Rolandswerther Mitbürger und Mitbürgerinnen das Gotteshaus erweitert. Die Baukosten betrugen stolze 546.000,- DM.

So unkompliziert auch die Entstehung der Kirche dokumentiert ist, so wechselhaft ist allerdings die Geschichte der „Kirchengemeinde Rolandswerth“:

Seit dem Mittelalter gehörte Rolandswerth politisch wie auch kirchlich zum Kölner Erzbischof. Um 1801 wurde die linke Rheinseite den Franzosen zugesprochen, später wurde die Kirchengemeinde St. Severin Mehlem mit Rolandswerth dem Bistum Aachen zugeteilt. Der Aachener Bischof Berdolet verfügte in einem Dekret 1804, dass Rolandswerth nicht mehr zur Kirchengemeinde Mehlem, sondern nun zur Kirchengemeinde Oberwinter zugeordnet wird. Dies alles gegen den Willen der Rolandswerther; unzählige Eingaben, Beschwerden und Bittgesuche blieben vorerst erfolglos. Selbst der Apostolische Stuhl in Rom war mit der Umpfarrung Rolandswerths „beschäftigt“. Inzwischen waren die Zuständigkeiten geändert worden und Rolandswerth gehörte zum Bistum Trier. Auch die neue Obrigkeit wurde mit der Problematik konfrontiert, die Rolandswerther wollten nach wie vor nicht zur Gemeinde Oberwinter gehören, sondern wie früher zur Gemeinde St. Severin nach Mehlem. Viele Jahre später, es war das Jahr 1847, wurde Rolandswerth endlich der Kirchengemeinde St. Severin zugesprochen. Eine Bedingung mussten die Rolandswerther dennoch erfüllen; die Oberwinterer Pfarrei forderte einmalig 200 Taler Entschädigung und jedes Jahr 3 Taler für den damaligen Küster. Der Gemeinderat von Rolandswerth weigerte sich zunächst, zahlte aber später doch die Entschädigung.

Eine Besonderheit bleibt:
Obwohl sich die Gemeinde Rolandswerth auf rheinland-pfälzischem Hoheitsgebiet befindet, gehört sie kirchlich nicht zum Bistum Trier, sondern nach wie vor nach Mehlem und damit zum Erzbistum Köln.

Die Abhandlung erhebt keinen Anspruch auf Vollkommenheit, es soll nur eine grobe Zusammenfassung der Zeitgeschichte darstellen.

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Rudolf Schönenborn
Ortsvorsteher Rolandswerth 1999-2010

Anmerkung:
Die Insel Nonnenwerth inklusive der Kapelle St. Clemens und des Klosters der Franziskanerinnen gehören zwar politisch zu Rolandswerth, aber kirchlich zum Bistum Trier. So etwas dürfte in Deutschland auch einmalig sein, dass ein Dorf zwei Kirchen hat, von denen jede zu einem anderen Bistum gehört.