Ich steh' und heische: Jeder einen Stein!

 

Der Rolandsbogen als Ort des lyrischen Schaffens findet in den Werken des Dichters Ferdinand Freiligrath beachtlichen Ausdruck. In den Werken kommt eine Verbundenheit mit den geographischen Besonderheiten des Rheinlands zum Ausdruck, welche Freiligrath zu einem begeisterten Wanderer werden ließ;.

Die Begegnung Freiligraths mit dem Rolandsbogen war nicht nur lyrischer Natur. Die gesamte Episode des Einsturzes mit anschließender Restauration und dem zwar lyrisch verfassten Appell zum Wiederaufbau, hatte vor allem eine gesellschaftspolitische Komponente. In dieser Hinsicht warb Freiligrath einerseits mit dem poetischen Erbe des Rheinlandes, wobei das Ziel seines Engagements die Eigenmächtigkeit des Volkes zu fördern war. So verband sich der romantische Gedanke an den Erhalt des Rolandbogen, mit einer Gemeinschaftsaktion, die zu Zeiten der Monarchie nicht selbstverständlich war.

Wiederaufbau des Rolandsbogen 

Bereits 1839 hegte Ferdinand Freiligrath den Wunsch "unter Rolandseck" zu wohnen, wie aus einem Brief an Ignaz Hub hervorgeht. Nachdem sich Freiligrath in Unkel niedergelassen hatte und bereits weite Teile des umliegenden Rheinlands zu Fuß erkundet hatte, zog es ihn für einen kleinen Aufenthalt nach Köln. Was ihm durch den Aufenthalt dort entging war, das der Rolandsbogen in einer stürmischen Nacht vom 28. bis 29. Dezember 1839 eingestürzt war.

Die Meldung über den Einsturz desselben fand sich in der Ausgabe vom 8. Januar 1840 der Kölnischen Zeitung im Gepäck der Postkutsche, mit der Freiligrath auf dem Weg zurück nach Unkel fuhr. Daher traf ihn der Anblick des eingestürzten Rolandsbogen, der ihm bis dahin bereits zu einem Ort süßer Erinnerungen wurde, unvermittelt und hart. Es war, wie er selber in seiner "Baurede [für Rolandseck]" beschreibt seinem aufbrausenden Begehren zuzuschreiben als kühler Überlegung den Rolandsbogen wiederherzustellen.

So bezeichnet er sich als "dreist Poetenblut", "Nach Mögen und nach Dürfen frug er im Eifer nicht." Dies im Hinblick auf die sich anbahnende Kontroverse mit der Eigentümerin Rolandsecks der Prinzessin Wilhelm von Preußen. In damaligen Protokoll wäre es ein unverschämtes Eingreifen in die Angelegenheiten der Monarchin gewesen, die Restauration ihrer Besitztümer zu erwirken.

Dennoch legten sich die Wogen in den Ereignissen, die Freiligraths ungestümen Spendenaufruf in Gedichtform in der Kölnischen Zeitung vom 12. Januar 1840 folgten. Marianne Prinzessin Wilhelm von Preußen willigte dem Plan ein, die Ruine mit Spendengeldern aufzubauen, und spendete im Gegenzug 500-600 Taler an die Schule in Rolandswerth. In einer Phase von persönlichen Krisen gebeutelt, sah es zunächst so aus, als hätte Freiligrath die Lust am Wiederaufbau des Fensterbogens verloren. So gab es auch Differenzen wie der Bogen nun wiederhergestellt werden soll. Der Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner befürwortete eine Ausrichtung des Bogens mit Blick auf den Drachenfels und das weitere Rheintal, während Freiligrath, offensichtlich der Realität widersprechend, im Vorwort seines "Rolandsalbums" vom ursprünglichen Standort mit Blick auf die Insel Nonnenwerth sprach.

Begegnung dokumentiert

Mit ihrem Buch "Ferdinand Freiligrath und der Rolandsbogen" leisten die Herausgeber Horst Eckertz und Kurt Roessler einen umfangreichen Beitrag zur Begegnung Freiligraths mit dem Rolandbogen. So wird in einem ausführlichen Aufsatz von Kurt Roessler in Briefen Ferdinand Freiligraths die gesamte Episode des Aufbaus des Rolandsbogens beschrieben.

Hier kommt zum Ausdruck, wie der Dichter sich bewegt sah um private Spenden zu bitten, und wie es im weiteren Verlauf zu Schwierigkeiten in der Ausführung des Projekts kam. In weiteren Aufsätzen findet der Leser detaillierte Informationen zur Errichtung des Freiligrath Denkmals und der Werdegang der Gastronomie neben dem Rolandsbogen. Abgerundet wird das Buch mit biographischen Informationen Freiligraths und einer Bibliographie.

C. Spanier

Quelle: Remagener Chronik Nr. 41/2001